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Text: DEL2

Interview mit ESBG-Pressesprecher Oliver Mayer: "Feld von hinten aufrollen"

Interview mit ESBG-Pressesprecher Oliver Mayer: "Feld von hinten aufrollen"
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esbg_mayeroliverpDas Social Media & Sport Magazin unterhielt sich aktuell mit Oliver Mayer (Foto: privat), Pressesprecher der Eishockeyspielbetriebs-gesellschaft (ESBG), über die Strategie der 2. Eishockey-Bundesliga in den Neuen Medien. Nachfolgend das Interview mit Oliver Mayer im Wortlaut.

Die ESBG ist ‚Spätstarter’ bei Facebook und hat Ihren Auftritt erst im Oktober 2012 gestartet. Warum so spät und was sind die Ziele, die man mit dem Auftritt verfolgt?

 

Oliver Mayer: Wir wollen mit unserem Auftritt die Eishockeyfans in ganz Deutschland übergreifend über die zweite Eishockey Bundesliga und die Aktivitäten der ESBG informieren. Wir haben ein sehr attraktives Produkt, spannende Spiele und tolle Fans, die wir nun auch im sozialen Netzwerk erreichen können. Der späte Zeitpunkt hat rein organisatorische Gründe, hindert uns aber nicht, das Feld nun von hinten aufzurollen.

 

 

In kurzer Zeit konnte die ESBG bereits mehr als 3.400 Fans bei Facebook erreichen. Wie bilanzieren Sie die Erfahrungen der ESBG mit dem Auftritt in den Sozialen Netzwerken nach den ersten Wochen?

 

Oliver Mayer: Gemessen an dem sehr kurzen Zeitraum sind wir  mehr als zufrieden. Etwas, mit dem wir nicht  gerechnet hatten war die hohe virale Reichweite, die konstant das 15-fache der aktuellen „Likes“

überschritten hat. Das zeigt uns, dass wir für unsere Fans ein Angebot geschaffen haben, welches zum einen das Interesse weckt und zum anderen auch die Interaktion unserer User fördert.

 

Wurden zu Beginn des Auftritts Zielstellungen definiert?

 

Oliver Mayer: Unsere Ziele teilen sich in zwei Kategorien auf. Wir haben natürlich messbare Ziele, die wir durch

unseren sehr erfolgreichen Start kurzfristig deutlich übertroffen haben und an deren perspektivischer Erreichung wir nun weiter hart arbeiten müssen. Auf der anderen Seite stehen eher weichere Ziele wie die Pflege unserer Fans, der Austausch mit unseren Clubs und die Kreation einer interaktiven Plattform, mit der wir unsere Kunden begeistern wollen.

 

Gibt es (interne) Social Media Guidelines, Richtlinien, die die Aktivitäten begleiten?

 

Oliver Mayer: Selbstverständlich. Eine Facebookseite eröffnet man nicht einfach ohne eine gewisse Planung und Struktur zu haben. Ansonsten halten einem die Fans nicht auf Dauer die Treue. Für uns war es im Vorfeld wichtig, eine gesunde Mischung aus Konstanz und Flexibilität bei unseren Beiträgen zu erzielen. Darüber hinaus haben wir uns lange Gedanken gemacht, welche Inhalte wir bewusst nicht veröffentlichen wollen, da sie ja bereits durch unsere Clubs vermeldet werden. Schließlich wollen wir mit unserem Angebot begeistern und nicht langweilen.

 

Welche Abteilung trägt die Verantwortung für die sozialen Netzwerke und findet danach abteilungsübergreifend oder sogar ligaübergreifend entsprechend eine Abstimmung bzw. eine Koordination zu den Aktivitäten (z.B. gemeinsame Marketing-Kampagnen, etc.) statt?

 

Oliver Mayer: Aktuell kümmern sich zwei Mitarbeiter nebenberuflich um unseren Facebookauftritt. Neben mir ist das Thorsten Drack, der bereits bei den Bietigheim Steelers weitreichende Erfahrung in diesem Bereich sammeln konnte. Abstimmungen finden vor allem mit den Verantwortlichen der Zweitligaclubs statt, wenn wir über die jeweilige Mannschaft berichten. Das sorgt für eine erste Vernetzung, die im  nächsten Jahr weiter ausgebaut werden soll. Auch hier sind wir noch am Anfang, haben aber schon konkrete Ideen, was wir in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Clubs angehen wollen.

 

Welche Ziele verfolgt die ESBG mit den eingestellten Beiträgen? Setzt man die Prioritäten eher bei der Information der Fan-Community oder möchte man gezielt die Inhalte (Bild, Text, etc.) zum intensiven Dialog anregen?

 

Oliver Mayer: Wie bereits gesagt, ist uns die Mischung sehr wichtig. Uns ist es gelungen, interessante Inhalte zu finden, die es so übergreifend bislang noch nicht auf Facebook oder im Internet gab. Mit gezielten Beiträgen regen wir aber auch die Diskussionen auf unserer Facebookseite an und bieten unseren Fans damit die Möglichkeit untereinander oder mit uns direkt in den Dialog zu treten. Die Resonanz und das bislang durchweg positive Feedback zeigt uns, dass unser Angebot unsere Fans anspricht.

 

Ist die Einbindung von Sponsoren-Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken geplant bzw. möchte man die Liga mit dem Auftritt bei Facebook attraktiver für Sponsoren machen?

 

Oliver Mayer: Um Sponsoren zu begeistern müssen wir zunächst eine gewisse Beständigkeit schaffen. Wir sind realistisch und sehen uns am Anfang eines sehr interessanten und spannenden Weges, den wir nun weiter gehen müssen. Ich bin mir sicher, dass eine große und aktive ESBG-Facebook-Community ein großer Pluspunkt für potentielle Ligensponsoren sein wird.

 

Nutzt die ESBG außer Facebook noch andere Kanäle in den Neuen Medien (z.B. Twitter, YouTube, etc.) und wie sind diese im Vergleich zu Facebook ‚gewichtet‘?

 

Oliver Mayer: Neben Facebook haben wir auch den Kurznachrichtendienst Twitter analysiert und uns aber zunächst bewusst dagegen entschieden. Für uns ist Twitter im Gegensatz zu Facebook in Deutschland noch nicht so etabliert, wie es vielleicht in Nordamerika der Fall ist. Unser Fokus liegt daher aktuell auf Facebook. Eine Erweiterung der Kanäle ist aber dadurch nicht ausgeschlossen.

 

Kann Facebook ein Umsatzgenerator für die ESBG werden und wenn ja, wie?

 

Oliver Mayer: Wir möchten das nicht ausschließen und sehen auch an mehreren anderen Beispielen, dass dies ohne Zweifel möglich ist. Dennoch verfolgen wir mit Facebook aktuell andere Ziele. Nach einer Sommerpause, in der es nicht nur positive Schlagzeilen über unseren Sport gab, wollten wir einen Schritt auf unsere Fans zumachen und ihnen eine interaktive Plattform bieten, auf der sie sich informieren und auch mit uns in Kontakt treten können. Die Basis dafür haben wir nun geschaffen und freuen uns auf die konsequente Weiterentwicklung dieser Idee.

 

Herr Mayer, wir bedanken uns für das aufschlussreiche Gespräch.

(Das Interview erschien am 15. November 2012 im „SOCIAL MEDIA & SPORT Magazin“ www.result-sports.de)

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